Meinungen von Mitgliedern der Jungen Union Hessen

Zusammengestellt von Helen Dawson

Für uns als Hessen und Deutsche ist das Wort „Deutsch-amerikanische Freundschaft“ nicht nur ein bloßes Lippenbekenntnis, es spiegelt eine Geschichte wider, die auf unvergleichbarem Wege zeigt, wie aus ehemaligen Feinden Freunde und unverzichtbare Verbündete werden können. Doch angesichts des neuen U.S.-Präsidenten und seiner teils zu Besorgnis erregenden Aussagen zur transatlantischen Zusammenarbeit und zur NATO kommt bei vielen die Befürchtung auf, dass nun die Geschichte unserer deutsch-amerikanischen Freundschaft ein baldiges Ende haben könnte und wir uns bald ohne unseren „großen Verbündeten“ behaupten müssen. Aus meiner Sicht ist hier primär Ruhe und Gelassenheit vor Panik und der Angst vor dem, überspitzt gesagt, „Untergang der Welt“ geboten, da auch im Kongress dem Großteil der Abgeordneten von beiden Parteien die Bedeutung unserer Beziehungen bewusst sind. Ebenso wird es auch einem U.S.-Präsidenten, trotz einer großen Machtfülle, nicht möglich sein, gegen das Parlament, seine Partei und das Volk zu regieren. In Anbetracht dessen sollten wir dem Ganzen ein wenig Zeit geben, jedoch müssen wir auch dabei stets deutlich machen, welche Werte für uns als Deutsche unantastbar sind und bleiben.

Aaron Mayr, Junge Union Fulda
 

Amtseinführung des neuen amerikanischen Präsidenten Donald Trump. Anfangs war meine Devise: Erstmal abwarten und schauen, ob Trump seine „Wahlversprechen“ wirklich umsetzen wird. Doch momentan scheint er es ernst zu meinen: Eine Mauer an der mexikanischen Grenze, „Folter funktioniert“, das Einreiseverbot für sieben muslimische Länder mit der Begründung, man brauche starke Grenzen, um sich gegen den Terrorismus zu schützen. All das klingt nach Abschottung. Doch der Nationalismus stößt in der globalisierten Welt schnell an seine Grenzen und da ist es keine gute Idee, Mauern aufzubauen. Vor allem schadet man sich dabei selbst. In dieser Zeit sollte sich Europa zusammenraufen, denn es kann sich nicht mehr so stark auf Amerika verlassen.

Johanna Rapp, Junge Union Wetterau
 

Da ich in meiner Freizeit unter anderem U.S.-Korrespondent des Internetradiosenders more987fm bin, habe ich in der Vergangenheit schon an vielen Veranstaltungen mit U.S.-Diplomaten teilgenommen – unter anderem auch mit dem U.S.-Botschafter. Außerdem habe ich mir vor Ort in den USA ein eigenes Bild gemacht. Grundsätzlich ist es ein langer Weg, beginnend mit dem, was ein Kandidat twittert oder im TV sagt, und dem, was tatsächlich nach der Wahl geschieht. Der Regierungsapparat der Vereinigten Staaten besteht nicht nur aus einer Person, sondern dem Kongress sowie weiteren Beratern und Amtsträgern, die sicherlich nicht einfach übergangen werden. In den nächsten Monaten wird der Haushaltsentwurf vorgelegt und somit auch erkennbar werden, welche Bedeutung die einzelnen Projekte wirklich haben. Ebenso wird sich nichts am nationalen Interesse der USA an der NATO ändern. Dies geht ebenso aus Äußerungen von Verteidigungs- und Außenminister hervor. Da sein Hauptvorhaben „America first“ ist, wird sicherlich zunächst auch ein Schwerpunkt auf der Innenpolitik liegen. Darüber hinaus wird nun versucht, möglichst viel aus dem Wahlkampf umzusetzen. Die von mir besuchte Wahlkampfveranstaltung von Präsident Obama für Hillary Clinton war sehr auf Versöhnung ausgelegt und versuchte, das Volk (wieder) zu vereinen. Das ist auch ein guter Ansatz. Doch viele Menschen wollten keine „weichgespülten“ Phrasen, sondern jemanden, der das Kind beim Namen nennt und Sachen anpackt. Zwar sind Auftreten und Rhetorik von Trump nicht unbedingt jedermanns Sache, dennoch spricht er Themen an, die die Menschen bewegen. Hier sei z. B. die illegale Einwanderung in die USA genannt. Dieses Thema war längst überfällig, auch wenn die einzelnen Maßnahmen sicherlich noch genau erörtert werden müssen. Grundsätzlich hat der Staat die Aufgabe, für sichere Außengrenzen zu sorgen und die Anreize für potentiell illegal Einreisende so gering wie möglich zu halten. Wird statt der Grenzsicherung sogar noch eine mögliche Einbürgerung der Illegalen in Aussicht gestellt, braucht man sich nicht wundern, wenn der illegale Grenzübertritt weiterhin an der Tagesordnung bleibt. Wenn die Arbeitskraft dieser Menschen im Land benötigt wird, wird es auch einen legalen Weg der Einreise geben.

Benedict Barckhan, Junge Union Main-Taunus
 

Wechselwirkungen politischer und gesellschaftlicher Natur waren immer Folgeerscheinungen einer gesunden, innigen transatlantischen Partnerschaft. Stärken und Errungenschaften sowie Fehler und Schwächen zeigen uns, was man noch erreichen muss und was wir niemals werden wollen. Diese Symbiose auch nun, in Zeiten, in denen unser Partner uns mehr Mahnmal als Vorbild zu sein scheint, nicht aufzugeben, für sie einzustehen, ist nicht mehr als das Maß an Vertrauen und Treue, die wir ihr schuldig sind.

Matteo Giordano, Junge Union Gießen

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