Die Junge Union Hessen (JU) fordert das Bundesministerium für Gesundheit auf, eine breit angelegte Aufklärungskampagne zum Thema Anorexie (Magersucht) zu starten. Gleichzeitig sollen mehr Ressourcen in die Bekämpfung von Tätigkeiten aufgewendet werden, die eine Verbreitung der Krankheit bewusst fördern.

„Anorexie ist eine krankhafte Essstörung, die durch einen starken selbst verursachten Gewichtsverlust und einer großen Angst vor Gewichtszunahme gekennzeichnet ist. Häufig tritt diese Krankheit in Verbindung mit einer Ess-Brech-Sucht auf“, erklärt die gesundheitspolitische Referentin im JU-Landesvorstand, Pauline Gutmann.

Die Zahl der magersüchtigen Patienten in Deutschland steigt stetig an. Allein zwischen 2009 und 2014 hat sich die Zahl der Behandlungen verdoppelt. Etwa 1,5 % der 14-jährigen Mädchen gilt als anorexisch, die Dunkelziffer liegt deutlich höher. Etwa 32 % der 14-jährigen Mädchen und 35 % der 16-jährigen Mädchen in Deutschland zeigen Anzeichen von Essstörungen. Junge Mädchen erkranken zehn Mal häufiger als Jungen.

Eine Studie des Internationalen Zentralinstituts für das Jugend- und Bildungsfernsehen (IZI) zeigt, dass insbesondere mediale Events wie „Germanys Next Topmodel“ Essstörungen fördern. Fast zwei Drittel der 241 Befragten gaben zu, die Show sei entscheidend für die eigene Krankheitsentwicklung. Gerade Mädchen, die anfällig sind für Magersucht, werden durch solche Formate in ihrer falschen Selbstwahrnehmung bestätigt.

„Das Thema Essstörung muss in einem viel größeren gesellschaftlichen Zusammenhang gesehen werden und darf im öffentlichen Diskurs keine untergeordnete Rolle spielen. Fakt ist, dass jede dritte Frau auf eine gestörte Körperwahrnehmung in ihrer Pubertät zurückblickt. Wir müssen gezielt aufklären und sensibilisieren und gegebenenfalls gegen Communitys wie „pro Ana“, die das Krankheitsbild in Internetforen idealisieren, vorgehen“, meint Pauline Gutmann, Referentin für Verbraucherschutz und Gesundheit der JU Hessen, abschließend.

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