LÖWENMAUL: Lieber Herr Beuth, wo treffen wir Sie gerade an?
Peter Beuth: Hallo zusammen, ich bin gerade am Flughafen. Auf dem Weg zum gemeinsamen Sicherheitskongress von CDU/CSU in Berlin.

LÖWENMAUL: Hessen ist ein sicheres Land. Stimmt die Botschaft?
Peter Beuth: Wir haben mit fast 60 Prozent die beste Aufklärungsquote seit Einführung der Kriminalstatistik 1971. Das große Vertrauen der Bürger in unsere hessischen Polizisten ist mehr als gerechtfertigt.

LÖWENMAUL: Ist der Polizistenberuf in Hessen attraktiv?
Peter Beuth: Die Ausbildung, die Bezahlung und die vielfältigen Einsatzgebiete machen die hessische Polizei sehr attraktiv. 2017 werden wir mit 1.155 Kommissaranwärtern den stärksten Ausbildungsjahrgang aller Zeiten haben.

LÖWENMAUL: Was raten Sie jungen Menschen, die sich für den Polizistenberuf interessieren?
Peter Beuth: Einfach bewerben: https://www.polizei.hessen.de/Karriere/Die-Bewerbung/.  Kaum ein anderer Beruf bietet ein so abwechslungsreiches und interessantes Arbeitsumfeld wie die Polizei. Kein Tag ist wie der andere. Ein heimatnahes Studium in Wiesbaden, Mühlheim, Gießen und Kassel ist zudem möglich.

LÖWENMAUL: Flüchtlingskrise, Terrorgefahr, Wohnungseinbrüche: Ist die hessische Polizei den massiven Herausforderungen gewachsen?
Peter Beuth: Die hessische Polizei ist für ihre vielfältigen Aufgaben gut aufgestellt. Mit dem jüngst beschlossenen Sicherheitspaket werden bis 2020 mehr als 1.000 zusätzliche Polizeivollzugsbeamte in Hessen für mehr Sicherheit sorgen. Ausrüstung und Ausstattung sind in Hessen immer auf dem neuesten Stand.

LÖWENMAUL: Stichwort Sicherheitsgefühl der Bürger: Was unternimmt Hessen gegen die Flut von Wohnungseinbrüchen?
Peter Beuth: Mehr als 11.000 Wohnungseinbruchdiebstähle sind zu viel. Wir arbeiten mit offenen und verdeckten Maßnahmen daran und halten den Fahndungs- und Kontrolldruck hoch! Länderkooperationen, Prävention, Beratung, innovative IT-Technik und wachsame Bürger dienen dem Erfolg.

LÖWENMAUL: Die Zahl der Übergriffe auf Polizisten steigt an. Wie die Junge Union fordern Sie die Einführung eines Schutzparagrafen. Wie weit sind die Verhandlungen?
Peter Beuth: Die Innenministerkonferenz hat beschlossen, Einsatzkräfte besser vor tätlichen Angriffen zu schützen. Sie hat sich damit meiner Initiative angeschlossen. Der Bundesjustizminister ist nun am Zug, einen Gesetzentwurf vorzulegen, um den Schutz für Einsatzkräfte messbar zu verbessern. Ich warte darauf sehr ungeduldig!

LÖWENMAUL: Die Junge Union fordert die Ausweitung von Videoüberwachung an öffentlichen Plätzen. Wie stehen Sie dazu?
Peter Beuth: Videoüberwachung ist ein wichtiger Baustein, die Sicherheit und das Sicherheitsgefühl der Bürger zu stärken. Wir fördern deshalb die Einrichtung dieser kommunalen Anlagen.

LÖWENMAUL: Abschließend in drei Stichpunkten: Was sind die größten Herausforderungen der Sicherheitsbehörden für die nächsten Jahre?
Peter Beuth:
Die Bekämpfung des islamistischen Terrorismus, der OK (zur Organisierten Kriminalität gehören auch Rocker und Wohnungseinbruchdiebstahl) und der Cyberkriminalität sind die größten Herausforderungen.

Über Peter Beuth:
Peter Beuth (geb. 1967 in Köln) absolvierte nach seinem Abitur ein Studium der Rechtswissenschaften in Mainz. Anschließend arbeitete er in der Funktion eines Mediaplanungs–Assistenten. Im Jahr 1997 legte er das erste, 2001 das zweite juristische Staatsexamen ab. Von 1993 bis 2011 war er und seit 2016 ist er Kreistagsabgeordneter im Rheingau-Taunus-Kreis und war zudem von 1997 bis 2009 Stadtverordneter in Taunusstein. 2011 bis 2014 gehörte er dem Kreisausschuss des Rheingau-Taunus-Kreises an. Seit 1999 sitzt er als direkt gewählter Landtagsabgeordneter im Hessischen Landtag und übernahm dort unter anderem die Funktionen des rechtspolitischen- und des innenpolitischen Sprechers der CDU-Landtagsfraktion. Von 2009 bis 2014 war er Generalsekretär der CDU Hessen und seit dem 18. Januar 2014 ist er Hessischer Minister des Inneren und für Sport.

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