Astrid Wallmann, 43 Jahre alt, seit 2009 Mitglied des Hessischen Landtages, folgte am 31. Mai 2022 auf Boris Rhein als Präsidentin des Landesparlaments. Damit wird das protokollarisch höchste politische Amt in Hessen erstmals von einer Frau bekleidet.

Astrid wächst in einem sehr politischen Haushalt auf, ihr Vater war Bürgermeister in Wiesbaden und ihr Onkel der einstige Bundesumweltminister und hessische Ministerpräsident Walter Wallmann. Dennoch war ihr Weg in die Politik keineswegs vorgezeichnet, Politik als Beruf war für sie zunächst kein Thema. Wie so viele politische Karrieren in der CDU begann ihre in der Jungen Union. 2006 wurde sie Vorsitzende der JU Wiesbaden, 2012 stellvertretende Vorsitzende der JU Deutschlands. Sie war damit eines der wenigen Vorstandsmitglieder, das auch ein politisches Mandat bekleidete. Zwischen Plenarsitzungen und Wahlkreisdelegiertenversammlungen wurden Plakate geklebt und Anträge für Landes- und Deutschlandtage formuliert. Die JU ist für sie mehr als nur der Jugendverband der Union: Hier kann man Kontakte knüpfen, Freundschaften pflegen und wichtige Erfahrungen sammeln. „Für einen jungen Menschen ist es eben auch ein wichtiges Entscheidungskriterium für eine Partei, wie gut man in einer neuen Gemeinschaft aufgenommen wird.“, formuliert es Astrid.

Die (partei)politische Realität stellen sich viele ganz anders vor als sie es letztlich ist. Alle Parteien bemühen sich um engagierte Mitglieder, so natürlich auch die Union. Astrid macht dabei deutlich: „Junge Menschen wollen mit ihren Anliegen ernstgenommen werden. Und es ist ein ganz entscheidender Unterschied, ob man jungen Menschen einfach nur das Gefühl geben möchte, sie ernst zu nehmen, oder ob man es auch tut.“ Die Entscheidung, einer politischen Jugendorganisation wie der JU beizutreten, ist in den meisten Fällen eine bewusste Entscheidung, die auch den Lebensweg einer Person prägen kann: „Die JU kann für junge Menschen schnell zu einem politischen Heimathafen werden.“

Bis heute sind Astrid viele Kontakte aus JU-Zeiten geblieben und auch das Netzwerk ist über die Jahre stets gewachsen. Nach dreizehn Jahren Abgeordnetentätigkeit übernahm Astrid Ende Mai das Amt als Landtagspräsidenten von Boris Rhein, nachdem dieser als Nachfolger von Volker Bouffier zum Ministerpräsidenten gewählt worden war. Ihre Abgeordnetentätigkeit muss dadurch nicht ruhen, im Gegenteil: Sie engagiert sich als direkt gewählte Abgeordnete weiterhin für ihren Wahlkreis Wiesbaden: „Der Unterschied ist nur, dass meine politischen Positionierungen in den Hintergrund treten, wenn ich mein Amt als Präsidentin ausübe.“ Die Demokratie lebt von der Diskussion, ja mitunter sogar vom Streit und bedarf des steten Ringens um Kompromisse. Aber es gibt klare Spielregeln, an die sich alle halten sollten. Es gehört zu den Aufgaben einer Landtagspräsidentin, diese während den Plenarsitzungen durchzusetzen – und zwar überparteilich. Eine Aufgabe, die Astrid gerne wahrnimmt: „Diese ausgleichende und überparteiliche Rolle liegt mir persönlich sehr.“ Die Leitung der Plenarsitzungen nimmt jedoch nur einen kleinen Teil ihrer Aufgaben ein. Als Repräsentantin des höchsten hessischen Verfassungsorgans nimmt sie zahlreiche öffentliche Termine wahr und trifft Vertreterinnen und Vertreter der Politik und unterschiedlicher gesellschaftlicher Gruppen. Eine wichtige und verantwortungsvolle Aufgabe ist zudem die Leitung der Landtagskanzlei, in der rund 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig sind.

„Politik und Gesellschaft stehen vor großen Herausforderungen und wie diese gelöst werden, entscheidet auch ganz maßgeblich über die Zukunft unseres Landes und damit auch über unsere Demokratie“, sagt sie. Auf diesem Weg müsse auch die CDU die junge Generation noch intensiver mitnehmen. Astrid, die selbst zwei Kinder hat, gibt uns im Gespräch mit auf den Weg: „Ich empfehle allen JUlerinnen und JUlern sich mit Leidenschaft und Überzeugung einzubringen.“ Für einen weiteren Austausch sei ihre Tür immer offen und sie spricht uns auch eine herzliche Einladung aus, sie im Landtag zu besuchen.

Foto: Hessischer Landtag

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Helen Dawson

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