Junge Union Hessen bemängelt Diskussionskultur und fragwürdiges Demokratieverständnis der Organisatoren

Anlässlich des Aufrufs der Landesschülervertretung zu Demonstrationen während der Unterrichtszeiten äußert sich die Junge Union Hessen zur Bewegung „Fridays for Future“. „Grundsätzlich besteht die Anwesenheitspflicht während der Schulzeit für alle Schüler in Hessen“, stellt Sebastian Sommer, stellvertretender Landesvorsitzender der Jungen Union Hessen, fest. „Gleichzeitig unterstützen wir das Engagement junger Menschen für ihre Umwelt und ihre Zukunft“, macht Sommer deutlich. Aus Sicht Hessens größter politischer Jugendorganisation sind Proteste umso nachdrücklicher, wenn diese außerhalb der Schulzeiten stattfinden.

Auf Einladung der Organisatoren bot die Junge Union Hessen ihre Teilnahme an der heute in Frankfurt stattfindenden Podiumsdiskussion am Rande einer Demonstration von „Fridays for Future“ an, um das politische Engagement der jungen Menschen zu unterstützen und die Diskussion mit den Schülern zu suchen. Telefonisch teilten die Organisatoren Hessens CDU-Nachwuchs überraschend und entgegen der ursprünglichen Einladung mit, dass die Zusage nicht angenommen wird und die Teilnahme nicht erwünscht sei. „Wir sind über die mangelnde Diskussionskultur und das fragwürdige Demokratieverständnis überrascht“, sagt Sommer. „Wir nehmen die Anliegen der Schüler ernst. Wir möchten offen über die umweltpolitischen Forderungen aber auch über die Form des Protests diskutieren“, so Sommer weiter. Daher sei es sehr bedauerlich, dass eine offene Diskussion nicht erwünscht ist.

Der Klimaschutz und die Herausforderung, umwelt- und wirtschaftspolitische Ziele in den Einklang zu bringen, ist aus Sicht der Jungen Union eine der wichtigsten Aufgaben unserer Zeit. „Gerade deshalb ist es unerlässlich, dass sich junge Menschen mit diesen Fragen auseinandersetzen und unmissverständlich Stellung beziehen“, sagt der stellvertretende JU-Landesvorsitzende. „Grundlage für diese Diskussionen sind allerdings die an unseren Schulen vermittelten Kompetenzen und das dort gelehrte Wissen“, stellt Sommer klar.

„Wenn Schüler sich politisch engagieren, freuen wir uns darüber. Wenn sie demonstrieren wollen, können Sie das selbstverständlich gerne tun, aber nicht während der Schulzeit“, sagt Sommer weiter. Die Junge Union Hessen sieht daher die Lehrkräfte in der Pflicht, das Schulschwänzen entsprechend zu ahnden. Politisches und gesellschaftliches Engagement dürfe am Ende nicht dazu führen, dass schulische Lernziele vernachlässigt werden.

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