Die Junge Union Hessen (JU) lehnt die jüngste Forderung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), dass in diesem Corona-Schuljahr niemand sitzen bleiben dürfe und das Abitur notfalls auch ohne Prüfung abgelegt werden könne, entschieden ab. „Wir bekennen uns zum Leistungsprinzip an unseren hessischen Schulen und wenden uns gegen die Bestrebungen der GEW, individuelle Leistungsbereitschaft und Eigenverantwortlichkeit abzuwürgen“, erklärt der Landesvorsitzende der Jungen Union Hessen, Sebastian Sommer.

Nach Ansicht der Jungen Union Hessen können weder die Abschaffung des Sitzenbleibens noch das Herabsenken der Anforderungen mögliche Antworten auf die bildungspolitischen Herausforderungen der Pandemie sein. Anstelle dieser beiden Optionen begrüßt der CDU-Nachwuchs die Pläne des Hessischen Kultusministeriums, dass das Landesabitur sowie die zentralen Abschlussprüfungen in den Bildungsgängen der Haupt- und Realschule nach hinten verschoben werden, um den Schülern mehr Zeit zur Vorbereitung zu geben. „Die Prüfungen müssen nach hinten verschoben werden. Durch längere Vorbereitungsphasen auf die Abschlussprüfungen geben wir Schülern und Lehrkräften mehr Zeit zur Prüfungsvorbereitung und stärken einmal mehr die Qualität der hessischen Bildungsabschlüsse“, fordert Sommer.

Statt ideologischer Debatten über das Sitzenbleiben und lästiger Versuche, das Abiturniveau weiter abzusenken, wünscht sich die Junge Union Hessen eine Debatte über den Distanzunterricht an Hessens Schulen. „Die die aktuelle Situation ist eine Chance unsere Schulen digitaler zu gestalten und fit für die Zukunft zu machen. Wir fordern daher erhebliche Nachbesserungen, um digitale Lehr- und Lernangebote bereitzustellen. Es wird Zeit, dass unsere Schulen im 21. Jahrhundert ankommen. Die Digitalisierung darf an hessischen Schultoren nicht mehr Halt machen“, so der JU-Landesvorsitzende.
Aus Sicht Hessens größter politischer Jugendorganisation schadet das Abschaffen des Sitzenbleibens nicht nur dem einzelnen Schüler, sondern auch dem gesamten Klassenverband. Einzelne Schüler werden es zunehmend schwerer haben dem Unterrichtsstoff zu folgen und der Klassenverband wird die geforderten Lernziele als Gemeinschaft möglicherweise nicht erreichen, da sich die Lerngeschwindigkeit tendenziell immer nach den leistungsschwächeren Schülern richtet.

Die aktuelle Debatte rund um die Forderungen der GEW, kommentiert der kommissarische Referent für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Nils Zeißler, wie folgt: „Ein Abschaffen des Sitzenbleibens führt zu einem Verlust der Motivation und der Leistungsbereitschaft eines jeden Schülers, da mit der neuen Regelung ein Versetzen auch ohne das Erreichen von Zielen möglich wäre. Einige Lehrkräfte beklagen bereits jetzt, dass einige Schüler im letzten Schuljahr versetzt worden sind, obwohl sie erhebliche Leistungsdefizite aufgezeigt haben und unter regulären Bedingungen nicht versetzt worden wären. Diese Leistungsdefizite machen sich nun im aktuellen Schuljahr bemerkbar.“ Gleichzeitig spricht sich die Junge Union Hessen gegen ein sogenanntes „Abitur light“ aus. „Die GEW Forderung, das Abitur und andere Abschlussprüfungen notfalls auch ohne Prüfung ablegen zu können, lehnen wir ab. Die zentralen Abschlussprüfungen sind ein hohes Gut unseres Bildungssystems und garantieren einen hochwertigen Bildungsabschluss in Hessen“, so Zeißler abschließend.

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Kontaktperson

Nils Zeißler

Kommissarischer Referent für Bildung, Wissenschaft und Kultur
Kreisvorsitzender Darmstadt-Dieburg

nils.zeissler@ju-hessen.de

Sebastian Sommer

Landesvorsitzender

sebastian.sommer@ju-hessen.de