Das Mitgliedermagazin der Jungen Union Hessen - eine lange Geschichte

Vom Renner zum LÖWENMAUL

In den ersten Jahren nach der Gründung nutzte die Junge Union Hessen das Mitgliedermagazin der CDU Hessen, um Informationen zu veröffentlichen. Erst in den 1970er Jahren gründete die Junge Union ihr erstes Mitgliedermagazin, den „Renner“.

Liest man die Ausgaben des Renners, fällt schnell der Unterschied zu den heutigen Magazinen auf. „Sehr textlastig“, würden einige heute wohl sagen. Das Mitgliedermagazin wurde hauptsächlich dazu genutzt, inhaltliche Positionen zu erörtern und darzustellen. Zusätzlich zu inhaltlichen Artikeln wurde auch über Aktivitäten der Verbände berichtet. Das Layout bestach durch seine Schlichtheit. Viele Fotos fand man leider nicht, und aufgrund der damaligen Technik waren diese sehr dunkel. Ein Titelbild gab es nicht. Der Text begann direkt auf der ersten Seite.

1987 wurde der Renner umbenannt in LÖWENMAUL. Der Name setzte sich in einem Mitgliederentscheid mit 51,5 Prozent gegen „roaaarrr-post“ (34,4%) sowie „Land und Löwe“ (12,1 %) durch. Die ersten Ausgaben waren denen des Renners trotz der Namensänderung sehr ähnlich. Zunächst erschien das Magazin auch weiterhin monatlich.

In Farbe seit 1997

Ab 1989 wurde das LÖWENMAUL vierteljährlich und auf Umweltschutzpapier veröffentlicht.

In den 1990er wurde das Logo modernisiert und das LÖWENMAUL generalüberholt. Die auffälligsten Veränderungen betrafen das Cover, die Struktur und das verwendete Papier. 1993 erschien erstmals die erfrischende Rubrik „Nies’ Pulver“ auf der begehrten letzten Seite des Magazins. Im Juni 1993 umfasste das Heft 28 Seiten, im Dezember sogar 32 – das bis dahin umfangreichste Heft! Aber davon waren acht Seiten der Abdruck des Landestagsbeschlusses. Seit 2011 erscheint das LÖWENMAUL in der Regel auf 40 Seiten. Zum ersten Mal in drei Farben wurde das LÖWENMAUL im Jahr 1997 produziert und ab 2002 in Hochglanz mit mehr Fotos gedruckt. Ab 2003 wurde das Titelbild bunt und seit 2005 glänzt das Mitgliedermagazin voll in Farbe. Die Berichte wurden kürzer und die Abgrenzung der einzelnen Artikel klarer. Ein Grußwort des Chefredakteurs und des Landesvorsitzenden wurden eingeführt. Später kam dieses Privileg alleine dem Chefredakteur zu.

Nicht nur äußerlich veränderte sich das LÖWENMAUL, sondern auch inhaltlich. Das Mitgliedermagazin enthält heute eine größere Vielfalt an unterschiedlichen Rubriken, zum Beispiel werden Politiker vorgestellt und/oder interviewt, es wird eine Lifestyle-Rubrik eingeführt, und Bilder sind jetzt Pflicht. Natürlich wird auch weiterhin viel über Inhalte geschrieben, aber etwas aufgelockerter, nicht mehr in einem großen Fließtext. Man findet Infoboxen oder Gegenüberstellungen zweier unterschiedlicher Meinungen zu einem Thema.

Deutlich merkt man, dass nun immer öfter Änderungen an Struktur und Layout vorgenommen werden. Ein Zeichen der Schnelllebigkeit unserer heutigen Gesellschaft? Oder ein Zeichen der Professionalität?

Wenn man sich das Ergebnis anschaut, wohl eher von Letzterem. Nicht, dass das Mitgliedermagazin vorher nicht professionell war, aber man erkennt deutlich, dass die Junge Union mit der Zeit geht und ihre Professionalität beibehält.

Papier bleibt beständiger als jeder digitale Text

Das Mitgliedermagazin erfährt insbesondere seit den 2010er Jahren einen weiteren rasanten Wandel: Was früher im Renner oder LÖWENMAUL als Neuigkeit abgedruckt wurde, wird heute in den sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter verbreitet – und zwar in Echtzeit. Kompakte Kurzmeldungen wurden weniger, längere Reportagen, Hintergründe und Interviews dominieren das Magazin.

Das LÖWENMAUL ist online abrufbar, und in den Ausgaben gibt es crossmediale Verknüpfungen. Die Digitalisierung hält auch hier unaufhaltsam Einzug und wird das Mitgliedermagazin weiter beeinflussen.

So stellt sich die Frage: Wird die nächste Stufe der Professionalisierung eine komplette Online-Version sein? Doch als konservativer Verband scheint sicher: Auch das gedruckte Magazin wird es auf absehbare Zeit noch geben! Papier bleibt beständiger als jeder digitale Text.

Als Tradition mit Humor entwickelte sich die letzte Seite des Magazins: Hier wurden und werden Geschichten, Anekdoten und Kurioses aus dem Landesverband der letzten Wochen und Monate berichtet. Mit den Geschichten aus „Apfels Kompott“, „Nies’ Pulver“, „brändzlich“, „Der schwarzer Peter“, „Junge, Junge...“ oder „Heckscheibe“ verbinden viele Generationen von JUlern lustige und prägende Erlebnisse.

LÖWENMAUL-Chefredakteure (seit 1987)

1987 - 6/1988: Christian Boergen
6/1988 - 1991: Marcus Kieper
1992 - 10/1992: Michael Przibilla
10/1992 - 3/1999: Michael Reul
3/1999 - 2005: Tobias Heinz
2006 - 2010: Stephan Röttger
2011 - 5/2013: Stephan Klenner
Seit 5/2013 Frederic Schneider