Meinungen von Mitgliedern der Jungen Union Hessen

Zusammengestellt von Helen Dawson

Caroline Stang (Junge Union Frankfurt):

"Das erste Mal, dass ich mich überhaupt als konservativ bezeichnet habe, war, als ich meine Leidenschaft für die Kunst entdeckte. Seitdem der Mensch anfing sich künstlerisch auszudrücken, hat die Kunst stets die Seele der Menschen widergespiegelt. Es ist gut zu beobachten, wie sich die Gesellschaft mit der Zeit verändert hat und das künstlerische Können der Künstler reifte. Doch jedes Mal, wenn ich vor moderner Kunst stehe, überkommt mich das Gefühl, dass dieser Prozess um Jahrhunderte zurück geworfen wurde. Es sind doch die Werke von Caravaggio oder Dürrer, die ich mir immer wieder gerne anschaue. Ich kann somit ohne weiteres sagen, dass ich, was die Kunst angeht, konservativ bin. Roger Scruton, einer der führenden Konservativen unserer Zeit, hat einmal gesagt, dass alles, was zum Nutzen und nicht aus Anmut und Geschicklichkeit zustande gekommen ist, nicht von Dauer sein kann. Und ich glaube, so verhält es sich in unserer Zeit nicht nur mit der Kunst, sondern auch mit unseren Werten. In einer Zeit, die von Geschwindigkeit bestimmt wird, ist es besonders wichtig, ein Fundament zu haben. Ein Kompass, dessen Nadel sich in den konservativen Norden richtet, kann und darf ebenso wie in der Kunst bei der politischen Gestaltung nicht fehlen. Das sieht man zum Beispiel an Themen, die heutzutage gar nicht mehr als konservativ angesehen werden: So sind doch Aspekte wie Umweltschutz oder soziale Gerechtigkeit schon immer Gegenstand konservativen Denkens gewesen. Gerade für junge Menschen ist es wichtig, nicht immer gleich wild herum zu experimentieren und jedem Impuls nachzugehen, sondern erstmal einen Schritt zur Seite zu machen um dann zwei nach vorne gehen zu können."

Ben-David Singh (Junge Union Lahn-Dill):

"Für mich persönlich bedeutet konservativ zu sein, dass man sich nicht dem jeweils aktuellen Zeitgeist beugt. Stattdessen sind uns Konservativen immer jene Errungenschaften bewusst, die unsere Kultur und unsere Nation so großartig und schützenswert machen. Kurzgesagt: größtmögliche Freiheit bei größtmöglicher Sicherheit. Genau dieses einfache Prinzip ist der Grund, weshalb ich mich im Sommer 2015, kurz vor dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise, dazu entschlossen habe, der Jungen Union und der CDU beizutreten. Sicher nicht, um die damalige Politik der Union zu unterstützen, sondern um vielmehr meinen eigenen persönlichen Beitrag dafür zu leisten, CDU und Junge Union wieder konservativer auszurichten. Natürlich, als Student erfährt man oftmals nicht viel Liebe, wenn man sich als konservativ bezeichnet, gilt es doch als viel cooler, von der utopischen Gleichheit aller Menschen und der Überwindung aller Unterschiede zu träumen. Viel wichtiger als die Frage, ob eine Einstellung zeitgemäß oder cool ist, ist jedoch, ob eine Einstellung unser Land weiter nach vorne bringt oder nicht. Hier gefällt mir an der Jungen Union vor allem, dass sie nicht bloß die Meinungen der Unionsparteien reproduziert und absegnet, sondern vor allem in jüngster Zeit wieder der konservative Stachel im Fleische der Union ist. Dennoch würde ich mir wünschen, dass wir als Junge Union noch selbstbewusster und hartnäckiger für konservative Politik werben würden. Denn eines ist sicher: unser Land und unsere Kultur sind es wert, bewahrt zu werden."

Eva Seewald (Junge Union Limburg-Weilburg):

"Für mich ist es kein Widerspruch als junger Mensch, konservativ zu sein. Konservativ heißt ja nicht, dass man alles hinnimmt und nichts ändern möchte. Konservativ bedeutet, dass man nicht jeden Trend mitgeht, sondern erst einmal überprüft, ob die Folgen in Einklang mit den eigenen Werten stehen. Gerade jüngere Menschen sehnen sich wieder mehr nach einem Wertegerüst, an dem sie sich orientieren können. Das haben Umfragen bei Wahlen in den letzten Jahren gezeigt. Konservative Politik bedeutet für mich also nicht in blinden Aktionismus zu verfallen, sondern Ideen und Vorschläge erst einmal genau zu untersuchen und zu prüfen, um sich ein Urteil darüber zu bilden. Gleichzeitig bedeutet dies natürlich auch, dass Entscheidungen manchmal längere Zeit in Anspruch nehmen können, hinterher das Ergebnis aber nachhaltiger und stabiler ist. Neben Politikfeldern wie Inneres, Äußeres, Wirtschaft und Soziales gehört für mich aber Umwelt genauso zu konservativer Politik, weil wir nur durch einen umsichtigen Umgang mit unserem Planeten eine lebenswerte Zukunft haben. Dieses Feld sollten wir als JU nicht alleine den Grünen überlassen, sondern unseren Anspruch darauf geltend machen."

Philipp El-Jana (Junge Union Gießen):

"Es gibt einen prägnanten Satz, der auch schon (sinngemäß) von Philipp Mißfelder fiel: „Wir sind wertekonservativ, nicht strukturkonservativ.“ Konservatismus (das Bewahrende) muss also nicht dem Fortschritt oder der Technologie entgegenstehen. Jedoch sollte der Kern (das Wertegerüst) stets erkennbar sein, um nicht in die Beliebigkeit des Progressiven zu verfallen. Konservatismus äußert sich durch eine durchdachte, kritische und analytische Auseinandersetzung mit aktuellen Themen. Diese Herangehensweise hat sich die JU über Jahre hinweg bewahrt, deswegen fühle ich mich bei ihr auch gut aufgehoben."

Karoline Becker (Junge Union Hochtaunus):

"Wie ich zur JU gekommen bin? Diese Frage kann ich leicht beantworten. Schon mein Opa war aktives Mitglied und Mitgründer der CDU Frankfurt (Oder). Dafür musste er sieben von 25 verurteilten Jahren in Bautzen einsitzen. Das hat meine ganze Familie politisch geprägt. Als dann meine beiden Brüder in der JU Königstein aktiv wurden und über sehr interessante Themen, Diskussionen und Begegnungen berichteten, weckte mich meine Neugier und mein Interesse an der JU. Kurze Zeit später saß ich schon in meiner ersten Sitzung. Bis heute bin ich gerne Mitglied der JU. Denn nicht nur die Gespräche, Aktionen und Wahlkämpfe machen mir große Freude, sondern auch der Umgang untereinander, aus denen schon einige Freundschaften geschlossen wurden."

Vorheriger Beitrag Nächster Beitrag

Dein Ansprechpartner

f.schneider

Frederic Schneider

Chefredakteur LÖWENMAUL

E-Mail senden