Von Franziska Schwedes und Frederic Schneider

32 Prozent. Eine Zahl, die für sich genommen nicht viel aussagt, ja vielleicht ein Wahlergebnis sein könnte. Für die Junge Union Hessen ist dies eine Zahl von großer Bedeutung:

Gerade einmal 32 Prozent der hessischen JU-Mitglieder sind weiblich.

Das ist, vor allem angesichts der Tatsache, dass Frauen mehr als die Hälfte der deutschen Gesellschaft ausmachen und statistisch gesehen fünf Jahre älter als Männer werden, ein viel zu kleiner Wert. Frauen sind in der Politik unterrepräsentiert: Es gibt etwa zu wenige Frauen in führenden Positionen. Die Kritik am weiblichen Anteil in verschiedenen Segmenten lässt sich fortführen.

In der Jungen Union Hessen packen einige Frauen das Problem jetzt an: Gemeinsam vernetzen sie sich via WhatsApp, unter der Überschrift „Hessische Power“. Das große Ziel: Die JU und Politik insgesamt attraktiver für junge Frauen gestalten und das männliche Geschlecht für die Thematik sensibilisieren. Die junge Initiative soll aber auch dazu führen, dass sich die hessischen JUlerinnen sowohl mit Alltagsthemen, als auch mit JU-internen Themen, die vor allem Frauen betreffen, auseinandersetzen. Und vor allem: anderen Mädels Mut machen, sich in die JU einzubringen – und auch für höhere Ämter zu kandidieren.

Knapp 70 JUlerinnen haben sich schon vernetzt und auch der erste Stammtisch in Frankfurt hat Ende April zu einem erfolgreichen Austausch geführt. „Viele junge Frauen sehen sich in ihren Interessen nicht in der Frauen Union vertreten. Das neue Netzwerk schließt daher eine wichtige Lücke“, sagt JU-Landesvorstandsmitglied Maschal Hühner. Als Vorbild dienen Initiativen in anderen Landesverbänden – und die Arbeit des „AK Frauen“ auf Bundesebene. Zum einen gibt es auf jedem Deutschlandtag ein „Ladies Event“ mit starken Rednerinnen aus Politik und Wirtschaft oder gemeinsame Treffen zum bundesweiten Austausch. Zum anderen sind einige Landesverbände schon sehr eingespielt und aktiv, was die Vernetzung von JUlerinnen anbelangt: Gemeinsames Grillen, Fahrten nach Berlin und Diskussionsrunden begeistern viele JUlerinnen.

Ein Ansatz, um mehr Frauen für die JU zu gewinnen, sind Frauen in Verantwortung

Anna-Maria Bischof aus dem Landesvorstand ist überzeugt: „Es müssen mehr Frauen in Schlüsselpositionen innerhalb der Jungen Union kommen, sei es auf Bundes- oder Landesebene.“ Doch mit gerade einmal fünf amtierenden Frauen als JU-Kreisvorsitzende und einem verschwindend geringen Anteil im Landesvorstand herrscht nach wie vor Nachholbedarf. Dabei bietet die Mitarbeit auf den höheren Ebenen viele Chancen, aktiv Politik mitzugestalten und Einfluss zu nehmen, kann Maschal Hühner berichten. Anna-Maria Bischof stimmt ihr zu: „Durch meinen Posten im Landesvorstand habe ich die Möglichkeit, Dinge in Gang zu bringen und neue politische Impulse zu setzen.“

Maschal jedenfalls macht allen JUlerinnen Mut: „Auch wenn der Status Quo fraglos unbefriedigend ist - wir müssen uns mehr trauen und vor allem auch selbst mehr zutrauen. Wir müssen es selbst in die Hand nehmen: aktiv werden. Chancen nutzen. Und auch wenn es mal unbequem wird, nicht zurückscheuen, sondern durchbeißen!“ Anna-Maria bringt es mit einem Beispiel auf den Punkt: „Da fällt mir sofort der Werbespot einer großen deutschen Bank mit den Spielerinnen der Fußballnationalmannschaft ein: Wir brauchen keine Eier, wir haben Pferdeschwänze. Das müssen wir uns auch immer vor Augen halten.

Mitmachen:
Du hast Interesse an der Initiative und möchtest mitmachen? Melde Dich gerne bei der Landesgeschäftsstelle (E-Mail: ju@ju-hessen.de).

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