Von Akop Voskanian,
Referent für Justiz, Europa und
Integration im JU-Landesvorstand


Mit einem Gottesdienst in der Dresdner Frauenkirche begann der diesjährige Deutschlandtag vom 6. bis 8. Oktober 2017. Blickt man auf die vergangenen Jahre zurück, so war es ein etwas ungewöhnlicher Auftakt, der jedoch zum Denken anregte: Nicht nur über unser politisches Handeln, sondern auch über die Verantwortung, die wir für unser Land tragen. Gerade Dresden steht als Austragungsort des Deutschlandtages beispiellos für die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland – von den Schrecken des Zweiten Weltkrieges und der SED-Diktatur bis hin zur Deutschen Einheit in einem geeinten Europa.

Unweit der Frauenkirche und in unmittelbarer Nähe zum Sächsischen Landtag befindet sich das Internationale Congress Centrum Dresden, wo der Deutschlandtag direkt am Elbufer stattfand. Die Ausmaße dieses Familientreffens sind immer wieder beeindruckend: über eintausend JUler, 150 Journalisten, 100 internationale Gäste, viele Aussteller und prominente Redner wie Jens Spahn, Stanislaw Tillich, Alexander Dobrindt, Thomas de Maizière, Angela Merkel, Günther Oettinger und Annegret Kramp-Karrenbauer. Es war das erste politische Großereignis nach der Bundestagswahl am 24. September. Dementsprechend war nicht nur das Interesse der Medien besonders groß, sondern auch das der JUler. Vom Deutschlandtag sollte ein Signal ausgehen.

Bereits am Freitag wurde die Dresdner Erklärung verabschiedet, die sich kritisch mit dem Ergebnis der Bundestagswahl auseinandersetzte und Forderungen der jungen Generation an die neue Bundesregierung, als auch eine innerparteiliche Erneuerung formulierte. Der Freitag endete mit einem lockeren Abend mit Blick auf die Elbe.

Die Junge Union Hessen prägte, wie schon in den vergangenen Jahren, die inhaltliche Ausrichtung des Deutschlandtages. Insgesamt wurden 33 Anträge eingereicht, die mehrheitlich durch die Delegierten angenommen worden sind. Neben den allgemeinen Anträgen prägte das zentrale Thema "Europa" das Wochenende. Den Leitantrag verfasste einer der beiden hessischen Mitglieder im JU-Bundesvorstand, der stellvertretende Bundesvorsitzende Roland Mittmann. „Das Europäische Haus zukunftsfest machen“ war nicht nur der Titel des Leitantrages, sondern auch der Leitgedanke der Ausrichtung in der Europapolitik. Die Junge Union fordert unter anderem die Ausweitung des freien Handels, aber auch eine gemeinsame Außen- und Verteidigungspolitik sowie die Einigung der EU-Staaten für einen konsequenten Grenzschutz. Damit das gelinge, müssten sich auch die europäischen Institutionen reformieren. So fordert die Junge Union beispielsweise den Sitz des EU-Parlaments ausschließlich nach Brüssel zu verlegen. Damit Europa auch morgen noch funktioniert, müsste die Jugend schon heute dafür begeistert werden. Das gehe etwa mit einem Free-InterRail-Ticket zum kostenfreien Bahnreisen durch Europa und der Ausweitung des ERASMUS-Programmes für Studenten. Neben den inhaltlichen Diskussionen war der Samstag vor allem von der innerparteilichen Auseinandersetzung mit dem Wahlergebnis der Bundestagswahl geprägt. Bundeskanzlerin Angela Merkel betrat den Saal sichtlich angespannt und merkte schnell, was der Ausdruck "Stachel im Fleisch der CDU" für die Junge Union bedeutet. In ihrer 30-minütigen Rede konnte sie zwar die Wogen glätten, jedoch längst nicht alle zufriedenstellen. Was danach folgte, war eine offene und ehrliche Diskussion, in der beide Seiten aufeinander zugegangen sind. Angela Merkel verließ den Deutschlandtag etwas gelöster, im Gepäck jedoch die Dresdner Erklärung und die kritischen Fragen der JUler. Jetzt gilt es die Forderungen der Jungen Union umzusetzen, damit der nächste Deutschlandtag nicht ungemütlicher wird.

1.000 Delegierte und JU-Mitglieder
150 Journalisten
100 int. Gäste

Der programmatische Höhepunkt eines jeden Deutschlandtages ist die Party am Samstagabend. Die Dresdner Nacht fand in der Ballsport-ARENA statt und wurde durch den Ministerpräsidenten des Freistaates Sachsen, Stanislaw Tillich, und den Bundesvorsitzenden der Jungen Union, Paul Ziemiak, mit einem Fassanstich eröffnet. Nach einer langen Nacht waren zumindest die Hessen am Sonntagmorgen vollständig auf ihren Plätzen. Der Bundesgeschäftsführer ließ den Tür-zu-Tür-Wahlkampf Revue passieren und Saarlands Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer hielt eine erfrischende Rede. Mit vielen Eindrücken und viel zu wenig Schlaf ging es anschließend zurück in die Heimat. Was bleibt, ist allerdings die Vorfreude auf den nächsten Deutschlandtag. Bis 2018 in Kiel!

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Zugeordnete Dokumente

Ergebnisse der Antragsberatung der hessischen Anträge

Beschlüsse des Deutschlandtages in Dresden

205 KB

Das Europäische Haus zukunftsfest machen

Beschluss des Deutschlandtages in Dresden

433 KB

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